© 2014 Jens Ingo Kreißig
*auch hier berichtet der Turm selbst Wie   Sie   denken   können,   führt   der   bequemst   Weg   der   Bergstraße    hoch,   die   Sie   mit dem   Auto   befahren   können.   Aber   so   richtig   froh   bin   ich   nicht   darüber,   wenn   mir   der blaue   Dunst   um   die   Nase   streicht   und   die   Wanderer   sich   an   parkenden   Autos vorbei   winden   müssen   -   ganz   davon   abgesehen,   dass   die   vielen   Autos   schon manchen   Fotografen   auf   der   Motivsuche   zum   Verzweifeln   gebracht   haben.   Viel lieber   sehe   ich   Sie   ohne   auf   unseren   schönen   Wanderwegen   zu   mir   kommen,   die reine   Bergluft   atmend   und   von   fröhlichem   Vogelgezwitscher   begleitend.   Um   Ihnen die     Wahl     etwas     zu     erleichtern,     beschreibe     ich     Ihnen     nur     einige     schöne Wandermöglichkeiten:   Der   Untere   Bergrundgang    führt   Sie   in   mittlere   Lage   um   den Berg.   Dabei   haben   Sie   nicht   den   Eindruck   auf   einem   Kreis   zu   laufen,   sondern einem   sehr   abwechslungsreichen   Gebirgswanderweg.   Von   ihm   zeigen   mehrere Wege   Richtung   Gipfel   ab   -   der   Wohl   berühmteste   ist   der   Zahmsteig    benannt   nach Ottomar   Zahm.   Dieser   schichtete   als   Arbeitsloser   Anfang   der   30er   Jahre   Hunderte Basaltstufen   durch   mühselige   Arbeit   in   die   Geröllfelder   des   Südhangs.   Eine   Leistung,   die   nicht   hoch   genug gewürdigt   werden   kann.   Schauen   Sie   sich   diese   wilden   Geröllfelder   an   und   stellen   Sie   sich   vor,   wie   Sie   allein   die scharfkantigen,   bis   zu   mehreren   Zentnern   schweren   Steine   schieben,   drehen   und   verkeilen,   jedoch   keinem   etwas davon   erzählen.   Sie   pflichten   mir   sicherlich   bei,   wenn   die   Scheibenberger   begannen   an   Gespenster   zu   glauben   - wie sonst sollt e   gerade   an   der   unzugänglichsten   Stelle   des   Berges   ein   Steig   entstehen.   -   ich   kann mir   gut   vorstellen,   wie   sich   Ottomar   Zahm   in   sich   hineinlächelte,   sprach   man   in   der Stadt   davon.   Aber   Sie   können   auch   den    Stülpnersteig ,   die   "Waldandacht"   oder   den Weg   am   "Schafbüschel"   benutzen,   ebenso   wie   den   direkten   Aufgang   zum   Berg. Dieser   schneidet   die   sich   serpentinenartig   windende   Bergstraße.   Beginnend   am Kino,   laufen   Sie   durch   unseren   Stadtpark   mit   seinem   artenreichen   Baumbewuchs. Schüler   pflanzten   ihn   vor   über   100   Jahren.   Bevor   Sie   jedoch   die   ersten   Treppen erreichen,   zweigt   von   der   Bergstraße   links   die   Auffahrt   zu   Sommerlagerplatz   ab und   rechts   führt   die   Bergstraße   weiter   zum   Berg   -   Sie   wählen   die   goldene   Mitte. Vom   Tonhüttenplatz,   hinter   der   Sprungschanze ,   führt   er   über   eine   als   Himmelsleiter bezeichnete     Treppe     genau     auf     mich     zu.     Wie muntere    Bächlein    durchschlängeln    weitere    Wanderwege    den    Wald    -    schön eingefasst   mit   ungehauenen   Basaltbrocken   des   Berges.   Massiv   aus   Holz   erbaute Schutzhütten    und    häufig    aufzufindende    Bänke    laden    zum    Verweilen    ein.    Das "Lärchenbrünnel",    nahe    dem    Stülpnersteig,    hat    schon    manchen    schwitzenden Wanderer Gesicht und Hände gekühlt. Sind Sie Frühaufsteher oder jemand,     der     die     Abenddämmerung     liebt,     dann     machen     Sie     doch     einen Spaziergang   um   diese   Tageszeiten   -   es   sollte   mich   wundern,   wenn   Sie   nicht   auf ängstliche   Hasen   oder   friedlich   grasende   Rehe   treffen   würden.   Mit   etwas   Glück können    Sie    auch    stolze    Hirsche    oder    in    der    Luft    schwirrende    Käuzchen    und Fledermäuse   beobachten.   Im   Mai   früh   morgens   ist   es   ein   Erlebnis,   dem   Gesang zahlloser   Vögel   zu   lauschen.   Die   in   würziger   Bergluft   rauschenden   Fichtenwälder streiten   mit   rot-   leuchtenden   Vogelbeerbäumen   um   die   Gunst   des   Wanderers.   Eben   noch   im   Dunkel   des   Waldes, öffnen   sich   entlang   des   "Oberen   Bergrundganges"   unvermittelt   beeindruckende   Aussichten   in   alle   Richtungen   des Himmels   -   doch   Vorsicht,   kühner   Gast!   -   beugen   Sie   sich   nicht   zu   weit   über   das   Geländer,   Sie   stehen   auf   den "Orgelpfeifen"  und nur wenige Schritte vor Ihnen öffnet sich ein Schwindelerregender Abgrund. *aus dem Prospekt des Scheibenberger Aussichtsturmes

Wandern um und auf den Scheibenberg

Das Wandern ist ... *

Oberer Bergrundgang auf dem Scheibenberg >OTTOMAR-ZAHM-STEIG< Ottomar Zahm (1873-1955) legte in den Jahren 1931-1934 als Arbeitsloser den nach ihm benannten Aufstieg zum Scheibenberg an. Über 300 Steinstufen mußten mühsam in dem unwegsamen Basaltmeer geschaffen werden. Oberer Bergrundgang durch den Wald Richtung Osten
   Aussichtsturm Scheibenberg
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