© 2014 Jens Ingo Kreißig

Der Königin - Carola Turm

Der Turm berichtet weiter ..... 1

Der erste Turm auf dem Berg - mein älterer Bruder, der Königin - Carola Turm. Eingeweiht 1891, war 80 Jahre lang die Krönung des Scheibenbergs und der Stolz der Scheibenberger. In schwerer Handarbeit wurde er aus hartem Basalt gemauert, der vom "Schafbüschel" herangekarrt werden musste. Zusätzlich wurden 2000 Ziegel vom Wettinplatz auf dem Berg getragen. So weit wie ich, ragte er nicht in den Himmel, aber mit 26 Metern war er doch ein stattlicher Kerl. Als er jedoch in die Jahre kam, wollte ihn sein basaltenes Mauerwerk nicht mehr tragen. Deshalb wurde er 1971 wegen Baufälligkeit gesprengt. Mit ihm ging ein Stück lebendiges Scheibenberg verloren. Die Scheibenberger konnten diesen Verlust nicht verwinden, denn von Kindesbeinen an erfreuten sie sich an ihm. Seither lebte er in ihnen weiter - träumen sie von seiner Wiedererrichtung. Durch viele Spenden der Bevölkerung, aber auch durch großzügige Mittel des Landes Sachsen und der EG gelang es den Scheibenbergern, die Mittel für die Erfüllung ihres Traumes aufzubringen ... und nun stehe ich hier auf dem Berg und freue mich, dass Sie zu mir gekommen sind.
1 aus dem Prospekt des  Scheibenberger Aussichtsturmes
Carola, (Caroline Friederike Franziska Stephanie Amelie Cecilie) Königin von Sachsen (* 5. August 1833 im Schloss Schönbrunn; † 15. Dezember 1907 in Dresden), Gemahlin des Königs Albert I., geb. Prinzessin Wasa-Holstein-Gottorp. Königin Carola um 1899 Sie wurde 1833 als Tochter des ehemaligen Kronprinzen von Schweden, Prinz Gustav von Wasa (1799-1877) und seiner Gemahlin Louise Prinzessin von Baden geboren. Ihre Großmutter war Stéphanie de Beauharnais. Prinz Gustav, der seine Stellung als Kronprinz durch die Absetzung seines Vaters Gustav IV. Adolf verlor, war österreichischer General und benutzte den Namen "Prinz von Schweden", welches heftige Proteste des Bernadotte- Königs Karl XIV. Johann hervorrief. Gustav erhielt dann 1829 von Kaiser Franz II. den Titel Prinz von Wasa, ohne freilich mit der Dynastie Wasa nahe verwandt gewesen zu sein (denselben entfernten Verwandtschaftsgrad hatten die Kinder des Bernadotte- Königs Oskar I. mit Joséphine de Beauharnais jr.). Dies führte später zu Irrtümern, denn man nannte Carola "die letzte Wasaprinzessin", welches sie nicht war. Die letzte Wasa war die ehemalige Königin Christina I. von Schweden.

Carola von Wasa-Holstein-Gottorp 2

Um 1850 galt Carola als eine der schönsten königlichen Prinzessinnen von Europa. An Freiern mangelte es nicht - insbesondere Napoléon III. war eifrig bemüht, ihre Hand zu bekommen, es gelang aber ihrem Vater, dem Carolas Zukunft in unruhigem Frankreich mit einander bekämpfenden Republikanern, Bonapartisten, Legitimisten und Orleanisten unsicher schien (nach 20 Jahren sollte er sagen: "Wie richtig habe ich das vorausgesehen!"), mit Hilfe des Kaisers Franz Joseph I. diese Pläne zu vereiteln und die Verlobung mit Albert von Sachsen durchzuführen. Carola konvertierte 1852 (gegen heftigen Widerstand ihres Vaters) zum katholischen Glauben und heiratete am 18. Juni 1853 den sächsischen Kronprinzen Albert. Die Ehe war kinderlos. 1884 konnte Carola die Versöhnung ihrer Familie mit der Dynastie Bernadotte erleben, als die Särge ihres Großvaters Gustav IV. Adolf, ihres Vaters und ihres kleinen Bruders Louis nach Stockholm überführt und in der Gustavianischen Königsgruft beigesetzt wurden.
2 Informationen aus Wikipedia
   Aussichtsturm Scheibenberg
(c) R. Grabrucker