© 2020 Jens Ingo Kreißig
Die Grundlage zum Wettbewerbsentwurf des neu zu erbauenden Aussichtsturms auf dem Scheibenberg war, bezüglich Form und Höhe auf den Turm einzugehen, der bis 1971 auf dem Scheibenberg stand. Die Achteckform des Turms - mit einer neuen Dachform - lehnt sich an den früheren Turm an. Die Höhe der Aussichtsplatte vom alten Turm betrug 20,70m, die neue Plattenhöhe beträgt 22,40m. Der alte Turm war aus Basaltsteinen gemauert, der aber nach ca. 80 Jahren den statischen Anforderungen nicht mehr gewachsen war. Der neue Turm sollte in Form, Material und Konstruktion aus "unserer Zeit" gestaltet werden. Es wurde eine moderne Fertigteilkonstruktion von den Stützen über Brüstungsplatten, Treppe, Aussichtplatte und Turmaufbau gewählt und ausgeführt. Faszination übten die Orgelpfeifen des Basaltsteinbruchs aus, so dass dieselben in Stützenform auf den neuen Turm übertragen wurde. Das Nebengebäude "Turmhäuschen" wurde an den bestehenden Wasserbehälter, der in eine Erdaufschüttung eingegraben ist, angelehnt. Das Gebäude hat einen massiven Kern und ist ansonsten mit den ortstypischen Basaltsteinen verkleidet. Das Flachdach erhält aus ökologischen Gründen eine extensive Sedumbegrünung. Das Turmgebäude wurde aus ca. 200m³ Beton und ca. 40.000kg Betonstahl, das Nebengebäude mit ca. 110m³ Beton und 8.500kg Betonstahl hergestellt. Das Dach besteht aus einer vorgefertigten Leimbinderkonstruktion (ca. 10,00m³ Holz) mit unterspannter Stahlverstrebung. Als Dachabdeckung wurde eine vorpatinierte Kupferdeckung gewählt. Die Turmspitze ziert eine 2,70m hohe, vergoldete Wetterfahne. Die Sitzstufen am Fuße des Turmes sollen Schulklassen, Verbände und Wanderer zum verweilen einladen. Für die Farbgebung war uns die St.-Annen-Kirche in Annaberg-Buchholz ein Vorbild. Es war eine kurzer Bauzeit von ca. 5 Monaten ......... Der Aussichtsturm Scheibenberg ist ein Gemeinschaftswerk von sächsischen, schwäbischen und fränkischen Baumeistern und Handwerkern. Die Baukosten werden laut Kostenrechnung eingehalten. Gott sei Dank, sagen wir, dass bei dieser ungewöhnlichen Baustelle kein Unfall passierte. Mai 1994-Auszug aus dem Amtsblatt Scheibenberg geschrieben von Bau-Ing. A. Engelhardt

Die Entstehung des neuen Aussichtsturmes

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Aussichtsturm Scheibenberg